Hallo Leute,
Ich arbeite mich gerade ins Thema "Clean Core" ein – mein Ausbilder hat mich gebeten, einmal völlig unvoreingenommen zu prüfen, was sich hinter dem Begriff wirklich verbirgt. Da ich aus der Python-/Data-Welt komme, ist vieles für mich neu, und ich hoffe auf euer Feedback, ob ich alles richtig verstanden habe.
Soweit ich es sehe, ist Clean Core ein Entwicklungs-Konzept für SAP S/4HANA: Der Standard-Kern soll möglichst unangetastet bleiben. Statt Standardcode zu ändern oder direkt auf Tabellen wie MARA zuzugreifen, läuft die Erweiterung über Extension Points, freigegebene (released) APIs oder ergänzende Anwendungen in der Cloud Platform (BTP).
Das erinnert mich von der Idee her an "Separation of Concerns" aus der sauberen Software-Architektur. Nur klingt der Sprung vom klassischen ABAP (Dynpro, ALV, direkte SQL-Reads) hin zu CDS-Views und dem RAP-Framework deutlich radikaler – gerade wenn man über Jahre gewachsenen Code betrachtet.
Was mich konkret interessiert:
- Wie strikt ist das Verbot des direkten Tabellenzugriffs wirklich? Gibt es legitime Ausnahmen?
- Lohnt sich der Aufwand vor allem bei Greenfield-Projekten oder auch beim Umbau bestehender Systeme?
- Wie prüft ihr, ob der vorhandene Code sauber wird – z.B. über die ATC-Checks?
Ich bin gespannt auf eure Praxiserfahrungen.
Grüße Nico