Zukunft des ABAP Entwicklers

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Zukunft des ABAP Entwicklers

Beitrag von ABAPlerv (ForumUser / 87 / 24 / 1 ) »
Hallo,
ich bin jetzt seit 5 Jahren in der ABAP Welt.
Habe mich in kein Modul mich spezialisiert. Habe aber in den Kernmodulen überall etwas entwickelt.
Mache: CDS Views, ABAP OO, RAP, Enhancements, ...


Meine Frage:
Ich möchte mich nun weiterbilden Richtung Entwicklung, aber auch offen für was anderes im SAP Bereich.
Was meint ihr, was sind die hot picks aktuell?

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Re: Zukunft des ABAP Entwicklers

Beitrag von ralf.wenzel (Top Expert / 3993 / 208 / 282 ) »
Puh.... 60 Views, keine Antworten. Ich kann mir schon denken, warum. Weil alle das gleiche dachten, was ich auch dachte 😉
Nämlich: "Was ist denn DAS für eine Frage?"

1. Die Frage ist irrelevant

CO hat so viel hot pick sein wie es will, ich bin zu doof dafür, weshalb ich einen großen Bogen darum mache. Ich habe mit FI/CO angefangen und war froh, als ich mich erst in Kommunen und dann in die Logistik trieb. Logistik hab ich von Herzen gemacht und als ich es dann richtig gut konnte, hab ich auf HR gewechselt 😂

Mach nicht, was "hot pick" ist, sondern was deine Leidenschaft ist.

2. Die Antwort auf die Frage ist zeitabhängig

Was heute "hot pick" ist, ist morgen nicht gefragt. ES SEI DENN man ist in einem Modul so richtig erfahren, dann kriegt man eines der wenigen Projekte / eine der wenigen Stellen, die vakant sind. Wenn du also Logistik-Module rauf und runter kannst, wirst du immer was finden. Hier verweise ich auf Punkt 1.

3. Modulwissen ist sekundär

Ich bin Generalist, ich kann kein Modul so richtig gut - abgesehen von dem, in dem ich zum Zeitpunkt der Fragestellung arbeite. Ich werde nicht eingekauft, weil ich ein Modul gut beherrsche, sondern weil meine Problemlösungskompetenz gefragt ist. Und die ist von Modulen unabhängig.

Und: Wer sich nach Moden richtet, ist unsicher.


Ralf

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Re: Zukunft des ABAP Entwicklers

Beitrag von rob_abc (Specialist / 159 / 42 / 61 ) »
Hot pics? Keine Ahnung. Ich halte es wie Ralf und mache einfach das, was mir gefällt. Das ist halt ABAP und Formulare. Vor 20 Jahren hiess es, das Java ABAP verdrängen wird. Seit 10 Jahren heisst es, das UI5 ABAP verdrängen wird. Mir ist es egal. Ich mache ABAP, und wenn ich irgendwann der letzte bin :D

(Es ist nicht so, dass ich UI5, RAP, CAP, BTP usw. nicht kennen würde, es macht mir nur einfach weniger Spass als ABAP, deswegen nehme ich aus dem Bereich keine Projekte an)

Re: Zukunft des ABAP Entwicklers

Beitrag von ralf.wenzel (Top Expert / 3993 / 208 / 282 ) »
Hot picks, hot pics sind was anderes 😉 SAPUI5 ist übrigens kein Gegensatz zu ABAP, es gibt ja auch Backend-Entwickler.

Viel interessanter ist, dass SAPUI5 die SAPGUI noch nicht verdrängt hat. Das mag bei wenigen Anwendern funktionieren, aber wer einen Materialbestand verwaltet, wird das mit der SAPGUI tun.

Ralf
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Re: Zukunft des ABAP Entwicklers

Beitrag von JHM (Top Expert / 1220 / 2 / 204 ) »
ralf.wenzel hat geschrieben:
09.01.2026 09:15
Viel interessanter ist, dass SAPUI5 die SAPGUI noch nicht verdrängt hat. Das mag bei wenigen Anwendern funktionieren, aber wer einen Materialbestand verwaltet, wird das mit der SAPGUI tun.
Da wäre ich echt mal interessiert wieso das so ist bzw. wie du zu dieser Aussage kommst.
Hier wird vor der S4 Transformation gerade immer mit den tollen neuen Fiori-Apps "geworben", denn diese sollen das Leben der Anwender ja deutlich besser/einfacher machen.
ABAPlerv hat geschrieben:
07.01.2026 09:10
Was meint ihr, was sind die hot picks aktuell?

Wenn du der SAP Werbetrommel glaubst ist 2026 DAS Jahr der AI/KI.
Falls du die Möglichkeit hast, würde ich mir das Feld zumindestens mal anschauen. Evtl. macht es dir Spaß und du hast ein neues Betätigungsfeld. Aber nicht enttäucht sein, wenn die KI Blase am Ende doch platzt.
Gruß Hendrik

Re: Zukunft des ABAP Entwicklers

Beitrag von ralf.wenzel (Top Expert / 3993 / 208 / 282 ) »
JHM hat geschrieben:
09.01.2026 11:17
ralf.wenzel hat geschrieben:
09.01.2026 09:15
Viel interessanter ist, dass SAPUI5 die SAPGUI noch nicht verdrängt hat. Das mag bei wenigen Anwendern funktionieren, aber wer einen Materialbestand verwaltet, wird das mit der SAPGUI tun.
Da wäre ich echt mal interessiert wieso das so ist bzw. wie du zu dieser Aussage kommst.
Hier wird vor der S4 Transformation gerade immer mit den tollen neuen Fiori-Apps "geworben", denn diese sollen das Leben der Anwender ja deutlich besser/einfacher machen.
"Sollen" impliziert ja, dass du diese Erfahrung nicht gemacht hast. Nach meiner Erfahrung bleiben SAP-Hardcore-Anwender, die lange in der SAPGUI gearbeitet haben, gern dabei, weil sich komplexe Dinge im SAP in der SAPGUI besser/einfacher und vor Allem schneller durchführen.

Für Gelegenheitsanwender, die mit dem Benutzungskonzept der SAPGUI eher nicht so gut klar kommen, gebe ich dir zweifellos recht, aber von denen hab ich ja nicht gesprochen.
JHM hat geschrieben:
09.01.2026 11:17
ABAPlerv hat geschrieben:
07.01.2026 09:10
Was meint ihr, was sind die hot picks aktuell?

Wenn du der SAP Werbetrommel glaubst ist 2026 DAS Jahr der AI/KI.
Falls du die Möglichkeit hast, würde ich mir das Feld zumindestens mal anschauen. Evtl. macht es dir Spaß und du hast ein neues Betätigungsfeld. Aber nicht enttäucht sein, wenn die KI Blase am Ende doch platzt.
*gähn* Die letzten, die ich da nach Hot Picks fragen würde, ist die SAP. Die haben schon so viele Hot Picks verkauft, aus denen nix geworden ist....

Ralf
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Re: Zukunft des ABAP Entwicklers

Beitrag von DeathAndPain (Top Expert / 2008 / 271 / 424 ) »
Tatsächlich ist die SAPGui einer der wesentlichen Vorteile, die SAP besser machen als die Konkurrenz. Vermutlich deswegen hat die SAP trotz ursprünglich anderslautender Ankündigungen Abstand davon genommen, die Weiterentwicklung des SAPGui komplett einzustellen.

Die SAPGui ist eine GUI, die exakt den Anforderungen eines SAP-Benutzers auf den Leib geschnitten ist. Alle anderen benutzen einen gewöhnlichen Webbrowser, aber selbst wenn man von den üblichen Kompatibilitätsproblemen ("lösch mal den Cache", "nimm den Chrome; im Firefox läuft das nicht so gut", "den Pfeil zurück darfst Du nicht benutzen, klick stattdessen lieber auf den "zurück"-Knopf auf der Seite) absieht, sind Web-Browser eben genau das: universelle Programme, die zum Surfen im Netz entwickelt worden sind und nicht für die Bedienung einer betriebswirtschaftlichen Software. Genau hier liegt auch eine wesentliche Schwäche der ganzen Cloud-Lösungen.

Das SAPGui ist maßgeschneidert. Es kommt mit minimalem Datentransfer aus (das war schon vor 25 Jahren ein wesentlicher Vorteil gegenüber Navision, das immer den ganzen Bildschirminhalt durch die damaligen schmalen ISDN-Leitungen übertragen hat, während es bei SAP immer auf den Punkt nur die tatsächlichen Nutzdaten waren), man kann direkt im SAPGui eine Menge Einstellungen vornehmen, die den eigenen Präferenzen entsprechen, und vor allem hat man viel Funktionalität lokal, was mit Internet-Browsern schwer bis gar nicht lokal auf dem Endanwender-PC zu bewerkstelligen ist (beispielsweise der OLE-Export von ALV-Daten in das gleichfalls lokal installierte Excel. Bei einer Cloudlösung müsste der Server unter Erzeugung dortiger Last die Excel-Datei erzeugen und dann durch die Leitung schicken, obwohl die Daten ja eigentlich längst durch die Leitung geflossen sind, als das ALV angezeigt wurde). Diese lokalen Funktionalitäten führen auch dazu, dass sich in SAP vieles schneller anfühlt als bei einer browserbasierten Lösung, bei der jeder Klick zu einer Anfrage beim Server führt und dann auf die Antwort gewartet werden muss.

Ein Browserfenster macht man auch schnell mal mit einem Misclick zu, und dann ist alles weg. Als erbärmliche Krücke hierfür haben heutige Browser die gern von böswilligen Seiten missbrauchte und meist auch nicht abschaltbare Funktionalität "Die Webseite bittet Sie zu bleiben. Wollen Sie wirklich schließen?" eingeführt.

Die rechte Maustaste auf einer Webseite mit spezifischen Funktionalitäten zu belegen ist möglich, aber aufwendig. Häufig liegen daher dort die Browser-Standardkontexctmenüs drauf, die im Zusammenhang mit Cloudseiten aber keinen Nutzen bringen. Das SAPGui ist bei der Nutzung der rechten Maustaste komplett frei und nutzt diese daher so, wie es zu einer SAP-Nutzung (statt Internetsurfens) passt.

Wenn man die SAPGui heute komplett neu entwickeln müsste, wäre das ein Riesenaufwand, bei dem man vielleicht sagen könnte, dass er nicht in einem guten Verhältnis zum Nutzen steht. Aber die SAP wäre schön dämlich, das so weit gereifte SAPGui, das ja nun schon da ist und Jahrzehnte Entwickungsarbeit und -reife aufzuweisen hat, wegzuwerfen.

Eine Ausnahme von der Regel, dass spezialisiertes Gui besser ist als Browser, sehe ich allerdings doch: Microsofts Teams ist in Handling und Performance eine Katastrophe. Wenn man stattdessen mal mit der entsprechenden Suite von Google (Google Meet, Hangouts, Mail usw.) gearbeitet hat, dann kommt man zu dem Schluss, dass die sich trotz Browser wesentlich runder bedient als das, was Microsoft da mit Teams und Outlook zusammengepfuscht hat. Das liegt aber nicht am Grundprinzip, sondern daran, dass die Microsoft-Software generell so schlecht geworden ist. Ich war viele Jahre ein glühender Fan von Word und Excel, aber die heutigen Versionen bedienen sich so schrecklich, dass man immer wieder die Orientierung verliert, wo man sich eigentlich befindet, etwa wenn man in der Ribbon-Leiste, die von sich aus schon unübersichtlicher ist als eine klassische Menüleiste, auf das Datei-Element klickt und anstelle eines passenden Datei-Ribbons ein ganz anderes Fenster aufgeht und man sich fragt, wo man jetzt gelandet ist und wie man wieder zu seinem Dokument zurückfindet. In diesem Fenster sind dann Elemente des Dateisystems so unübersichtlich dargestellt (mit Pseudo-Shortcuts etc.), dass man erst mal rätselt, wie man jetzt zu dem Verzeichnis gelangen kann, in das man die Datei abspeichern möchte und von dem man eigentlich genau weiß, wo im Dateisystem es liegt. Irgendwo in dem Chaos findet man dann einen verschämten Link "Durchsuchen", mit dem man dann wieder einen Speicherdialog angezeigt bekommt, in dem man brauchbar im Dateisystem navigieren kann.

Deshalb bin ich privat schon vor Jahren zu LibreOffice gewechselt. Nicht wegen der Kosten, auch nicht wegen des Clouddrucks, den Microsoft in seinen Anwendungen immer weiter erhöht (obwohl beides auch valide Argumente wären), sondern weil sich Word und Excel einfach nicht mehr vernünftig bedienen lassen. LibreOffice hingegen hat sich zu dem gemausert, was Microsoft Office einst gewesen ist: eine schöne, übersichtliche und feature-vollständige Office-Software, die sich leicht bedienen lässt und alles kann, was man so braucht. (Ich weiß, Excel soll bestimmte Funktionen haben, die LibreOffice noch fehlen, aber die sind so esoterisch, dass ich noch nie darüber gestolpert bin, weswegen ich mir die Behauptung anmaße, dass sie für 99% der Office-Nutzer irrelevant sind.) Einzig für das Zusammenspiel mit dem SAPGui braucht man leider noch MS Office, weil nur damit das OLE funktioniert. Meist reicht mir allerdings Speichern als csv tabulatorgetrennt aus dem SAPGui. Und dafür bietet LibreOffice dann wiederum den besseren Importdialog als Excel (wobei man es mit beiden Programmen hinbekommt, wenn man die Empfindlichkeiten von Excel kennt).

Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor DeathAndPain für den Beitrag (Insgesamt 2):
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Re: Zukunft des ABAP Entwicklers

Beitrag von ralf.wenzel (Top Expert / 3993 / 208 / 282 ) »
Das ist selten: Ich stimme deinem Posting in jedem Wort, Punkt und Komma zu.
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Re: Zukunft des ABAP Entwicklers

Beitrag von ewx (Top Expert / 4904 / 328 / 646 ) »
DeathAndPain hat geschrieben:
17.01.2026 16:31
Ein Browserfenster macht man auch schnell mal mit einem Misclick zu, und dann ist alles weg. Als erbärmliche Krücke hierfür haben heutige Browser die gern von böswilligen Seiten missbrauchte und meist auch nicht abschaltbare Funktionalität "Die Webseite bittet Sie zu bleiben. Wollen Sie wirklich schließen?" eingeführt.
Den Nachteil hast du im SAPGUI ohne, dass es eine erbärmliche Krücke dagegen gäbe.

Das Argument mit der rechten Maustaste würde ich nicht gelten lassen. Ich denke, dass die Webentwicklung inzwischen genug Wege kennt, um im Browser eine entsprechende Funktionalität zu programmieren. Ob das aufwändig ist, ist mir ehrlich gesagt egal. Interessiert mich im SAPGUI ja auch nicht, was an Aufwand dahinter steckt.

Warum es SAP nicht schafft oder will, z.B. Libreoffice, wenn nicht zu integrieren, dann doch wenigstens rudimentär zu unterstützen, verstehe ich seit Jahren nicht. Wobei die Office-Integration auch immer schlechter geworden ist und teilweise katastrophal ist.

Re: Zukunft des ABAP Entwicklers

Beitrag von Liesel9 (ForumUser / 1 / 0 / 0 ) »
Hallo! 😅 Ich bin selbst noch ein bisschen Anfänger in SAP, aber was ich von Kollegen und in Foren mitbekommen habe: Einige Bereiche wachsen gerade stark. Zum Beispiel SAP Fiori und die Entwicklung von Benutzer-Apps sind sehr gefragt, besonders mit dem Fokus auf S/4HANA. Auch Cloud und SAP BTP (Business Technology Platform) werden immer wichtiger, um Services zu integrieren und Prozesse zu automatisieren. Selbst wenn man schon ABAP kann, ein bisschen RPA oder KI in SAP zu lernen, kann Türen öffnen. Ich persönlich würde mit Fiori und Cloud-Apps anfangen, das wirkt sowohl spannend als auch nützlich.

Re: Zukunft des ABAP Entwicklers

Beitrag von DeathAndPain (Top Expert / 2008 / 271 / 424 ) »
ewx hat geschrieben:
19.01.2026 10:45
Den Nachteil hast du im SAPGUI ohne, dass es eine erbärmliche Krücke dagegen gäbe.
Beim letzten offenen Modus schon. 🙂 Und auch bei den anderen ist es zwar richtig, dass Du aus Versehen den entsprechenden Modus schließen kannst, aber mit einem Mausklick kriegst Du wieder einen neuen geöffnet, wohingegen Du im Browser erst wieder die URL eingeben und Dich womöglich neu anmelden musst. Die ganzen Historyfunktionen in SAP erlauben es Dir dann, mit wenigen Tastendrücken die Maske wieder zu füllen und wieder dort zu landen, wo Du gewesen bist. Falls modale Unterfenster offen sind, kannst Du die übergeordneten Fenster gar nicht versehentlich schließen. Derweil kann der Browser, für den das alles nur eine Internetseite ist, gar keine modalen Fenster öffnen, sondern allenfalls Popups (sofern nicht zur Missbrauchsabwehr unterdrückt) bringen, die dann aber eigenständig sind und nicht den technischen Bezug zu der Seite haben, die sie als Unterfenster geöffnet hat.
ewx hat geschrieben:
19.01.2026 10:45
Das Argument mit der rechten Maustaste würde ich nicht gelten lassen. Ich denke, dass die Webentwicklung inzwischen genug Wege kennt, um im Browser eine entsprechende Funktionalität zu programmieren. Ob das aufwändig ist, ist mir ehrlich gesagt egal.
Am Ende ist aber für den Anwender nicht maßgeblich, was technisch möglich ist, sondern was tatsächlich gemacht wird. Ein paar Anbieter treiben den Aufwand, beispielsweise Google in seinen Online-Officelösungen (Google Docs etc.). Aber noch nicht mal Confluence belegt die rechte Maustaste mit sinnvollen Funktionen, sondern belässt sie auf dem Browserstandard.
ewx hat geschrieben:
19.01.2026 10:45
Warum es SAP nicht schafft oder will, z.B. Libreoffice, wenn nicht zu integrieren, dann doch wenigstens rudimentär zu unterstützen, verstehe ich seit Jahren nicht.
Da wird der Wille fehlen. LibreOffice ist leider nicht mal ansatzweise so verbreitet wie M$ Office, auch wenn es in letzter Zeit hoffnungsvolle Ansätze gibt, etwa von Schleswig-Holstein. ich bin auch nicht sicher, was LibreOffice in Richtung OLE-vergleichbarer Schnittstelle zu bieten hat. Und schließlich ist SAP/Microsoft ein traditionelles Kartell so wie einst Intel/Microsoft. In solch Partnerschaft überlegt man sich gut, ob man den Partner verärgert. Durch Windows-Updates eingeführte Schikanen in Richtung SAPGui sind das letzte, was die SAP gebrauchen kann, gerade nachdem das Java SapGUI keine Rolle mehr spielt. Ich erinnere an die Schikane, als Microsoft per Windows Update dem Greenshot die Druck-Taste weggenommen hat, nachdem dieser das MS Snipping Tool qualitativ so deklassiert hat, dass immer mehr Menschen gewechselt sind. (Trotz diverser Erweiterungen des Snipping Tools, die Microsoft in letzter Zeit vorgenommen hat, ist Greenshot auch heute noch immer die klar überlegene Lösung, und nach vielen Jahren Entwicklungspause wird es jetzt sogar wieder aktiv gepflegt.)

Re: Zukunft des ABAP Entwicklers

Beitrag von ralf.wenzel (Top Expert / 3993 / 208 / 282 ) »
Also, die Entwicklung in SH sehe ich kritisch (ich kenne auch den einen oder anderen bei Dataport). Das Abwenden von Microsoft hat schon diverse Male nicht funktioniert, zum Beispiel in München. Solche Projekte werden oft unterschätzt. Es gibt mindestens zwei Anbieter, von denen ein Unternehmen nicht wegkommt (Behörden eingeschlossen): MS und SAP.

In München ist es letztlich am Anwender gescheitert, es war ja nach meiner Kenntnis alles fertig. Aber der Support wurde mit dermaßen vielen (zum großen Teil unfassbar dämlichen) Anfragen geflutet, dass man letztlich den Rückzug antrat.

Ralf
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Re: Zukunft des ABAP Entwicklers

Beitrag von DeathAndPain (Top Expert / 2008 / 271 / 424 ) »
Ich denke, dass es in München am politischen Willen gefehlt hat, vielleicht auch am Projektmanagement. Wenn man sowas macht, muss man selbstverständlich auch die Anwender vernünftig schulen. Nach meiner Überzeugung (und nach dem, was ich damals bei heise darüber gelesen habe) hat aber auch Korruption eine große Rolle dabei gespielt, dass die Politik die Kehrtwende eingeschlagen hat.

Damals war aber nach meiner Erinnerung auch nur das Geld das Argument für die Lösung von Micro$oft. Mittlerweile ist die datentechnische Unabhängigkeit von den USA und großen, intransparenten Cloud-Anbietern in den Vordergrund gerückt. Nach meinem Verständnis hat das in SH eine erhebliche Rolle gespielt. Na klar ist es nicht einfach und wird nicht gleich alles rund laufen, wenn man als Pionier vorprescht. Aber ich denke, dass es machbar ist, zumal ein zunehmender politischer Wille auch auf Bundesebene erkennbar ist. Wir können unsere Staatsorgane nicht von der Willkür der USA abhängig machen. Die haben schon dem Chef des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag sein Email-Account gesperrt, weil er es nach meiner Erinnerung bei Google hatte und der Strafgerichtshof nicht so geurteilt hat, wie die USA das gerne hätten. Es kann nicht sein, dass die auf den Knopf drücken können, und dann gehen bei unseren Staatsorganen die Lichter aus.

Nicht dass der Internationale Strafgerichtshof irgendeine praktische Bedeutung hätte. Das Völkerrecht hat noch nie eine Bedeutung gehabt; stattdessen hat schon immer das Recht des Stärkeren gezählt. Wenn der Stärkere zufällig das Völkerrecht im Rücken hat, dann begründet er seine Handlungen damit und tut so, als ob es sein Motiv sei, das internationale Recht durchzusetzen. Wenn das nicht der Fall ist, wird nicht darüber geredet (allenfalls von den Schwächeren, die über den Bruch des Völkerrechts lamentieren, ohne was dagegen machen zu können). Das Völkerrecht hat keine praktische Relevanz. Nichts auf dieser Welt passiert, weil das Völkerrecht es so vorschreibt; niemand setzt es durch. Das mag uns gefallen oder auch nicht, aber das Völkerrecht ist nicht mehr als ein akademisches Gebilde.

Re: Zukunft des ABAP Entwicklers

Beitrag von ralf.wenzel (Top Expert / 3993 / 208 / 282 ) »
Die Frage ist halt, ob wir das noch aufholen können oder ob wir einfach sagen müssen "die USA haben den Kampf um die Vorherrschaft bei der Software gewonnen".

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Re: Zukunft des ABAP Entwicklers

Beitrag von DeathAndPain (Top Expert / 2008 / 271 / 424 ) »
Wo ein Wille ist, ist ein Weg. Wenn ich an das alte OpenOffice oder gar StarOffice (das dem ja zugrunde gelegen hat) denke, da hat man auch nicht für möglich gehalten, dass das mal auf Augenhöhe mit M$ Office kommen könnte. Und gerade jetzt, wo Microsoft in meinen Augen Irrwege eingeschlagen hat mit seiner immer schlechteren und verwirrenderen Benutzerführung, sollte es allemal möglich sein, Gleichwertiges zu entwickeln (zumal eine Entwicklung heute mit KI-Unterstützung vermutlich leichter ist, als früher dasselbe ohne zu entwickeln).

Das andere ist natürlich die Marktdurchdringung, dass also alle Welt MS Office nutzt, nicht weil es besser ist, sondern weil jeder es benutzt. Da ist der Staat ein guter Anfangspunkt, dagegen anzugehen, denn zum einen hat er die finanziellen Mittel, und das sogar in unbegrenzter Höhe (man kann ja immer ein neues "Sondervermögen" schaffen 😁 ) und zum anderen ist technische Unabhängigkeit bei Staatsorganen nichts Verhandelbares, sondern eine Notwendigkeit, für die man tatsächlich whatever it takes aufbringen muss. Wenn aber erst mal alle Behörden mit europäischer Software arbeiten, was man dann schrittweise auch auf Schulen usw. ausweiten kann, dann bekommt die europäische Alternative eine ernstzunehmende Verbreitung. Ganz besonders dann, wenn die Erwachsenen von morgen heute in Schule und Uni mit den europäischen Softwarelösungen arbeiten und diese dadurch gewohnt sind und gut kennen.

Für machbar halte ich das. Microsoft wird natürlich mit Korruption gegenhalten. Man wird sehen müssen, wer sich am Ende durchsetzt.

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